Das Smartphone ist längst ein selbstverständlicher Teil des Alltags geworden und ein Leben ohne mobile und vielfältige Kommunikations- und Informationsmöglichkeiten für viele undenkbar. Dass es bei der Produktion dieser Geräte in der Regel nicht besonders fair zugeht und sich hier vieles verändern sollte, ist bekannt. Weniger präsent ist oft, was mit den Telefonen geschieht, wenn sie nicht mehr verwendet werden. 

Etwa 83 Millionen nicht mehr benutzter Mobiltelefone lagern in Deutschland in Schubladen, Schränken, und Regalen. In ihnen „schlummern“ wertvolle Rohstoffe wie Gold, Silber und Diamanten. Aber auch Giftstoffe wie Quecksilber und Brom sind in allen Telefonen enthalten. Der An- und Verkauf und das Recycling gebrauchter Elektrogeräte bietet daher sowohl in Deutschland und dem gesamten Globalen Norden als auch im Globalen Süden Potenzial wie Risiko: Häufig sind Geräte reparierbar, was im Globalen Norden selten geschieht, aber durchaus eine wachsende Nachfrage bedienen könnte. Im Globalen Süden tragen Import und Reparatur dazu bei, dass eine breitere Bevölkerung Zugang zu Smartphones hat. Das Herauslösen der wertvollen Komponenten geschieht im Globalen Süden häufig unter massiv umwelt- und gesundheitsgefährdenden Bedingungen. Gleichzeitig schaffen Reparatur, Recycling, das Herauslösen wertvoller Rohstoffe und der Handel Arbeitsplätze und Erwerbsmöglichkeiten. Und durch das Recycling werden Ressourcen geschont und Regionen entlastet, in denen der Abbau von beispielsweise Coltan, Gold oder Diamanten gravierende soziale, politische und ökologische Probleme verursacht. 

EPIZ hat ein Workshopkonzept zu diesen Fragen entwickelt, das an Sekundarschulen und Gymnasien ab der Klassenstufe 9 sowie in Berufsschulen vielfach umgesetzt wurde.