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Fortbildung für Referent_innen und Multiplikator_innen

Mit unseren Weiterbildungsangeboten für Referent_innen verfolgen wir unterschiedliche Ziele:

  • die Fachkompetenz der Referent_innen fördern, indem Themenbereiche des Globalen Lernens erarbeitet, vertieft und diskutiert werden,
  • die didaktische–methodische Kompetenz der Referent_innen fördern, indem unterschiedliche pädagogische Qualitätsaspekte am konkreten Beispiel reflektiert werden,
  • den Austausch und die Vernetzung der Referent_innen zu fördern sowie neue Impulse für bestehende oder zu entwickelnde Veranstaltungskonzepte zu geben.

Mit der Themenauswahl möchten wir:

  • auf veränderte schulische Anforderungen reagieren,
  • Angebote zur Vertiefung von Themen machen, die eine hohe Nachfrage haben,
  • neue Impulse für bewährte Themen des Globalen Lernens geben.

Qualifizierungsreihe Globales Lernen (erstes Halbjahr 2016)

Mit diesem modularen Weiterbildungsangebot richten wir uns an Multiplikator_innen, die bereits Erfahrung in der Bildungsarbeit im Bereich Globales Lernen haben. Wir wollen mit diesem Angebot die Fach- und Methodenkompetenz fördern sowie eine Reflexion-, Austausch- und Vernetzungsplattform bieten. Wir haben Themen ausgewählt, die von Schulen nachgefragt werden, zu denen ein Fortbildungsbedarf von Referent_innen angezeigt wurde oder die im Zentrum aktueller Debatten stehen.

Wenn Sie Interesse an einer oder mehrerer Qualifizierungen haben, melden Sie sich bitte spätestens einen Monat vor der einzelnen Veranstaltung bei Jens Mätschke an. Bitte nennen Sie uns neben Namen und Mailadresse Ihre berufliche Tätigkeit oder Bildungsorganisation. Diese Information geben wir zur optimalen Vorbereitung an die Seminarleitung weiter.

Etwa einen Monat vor Veranstaltungsbeginn erhalten Sie eine definitive Zusage und alle organisatorischen Informationen. Sollte es mehr Anmeldungen als Plätze geben, werden ab der zweiten Fortbildung die Personen bevorzugen, die schon an einer Qualifizierung teilgenommen haben. Dadurch wollen wir einen kontinuierlicheren Austausch ermöglichen. Weiterhin versuchen wir, ein ausgewogenes Verhältnis der Teilnehmer_innen in der Seminargruppe zu schaffen, in dem sich verschiedene Erfahrungen, Perspektiven und gesellschaftlicher Positionierungen widerspiegeln. Alle Veranstaltungen finden in unserem Veranstaltungsraum in Berlin-Charlottenburg statt.

27.-28.2.2016: Das geht uns alle an! Globales Lernen inklusiv gestalten

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Referentin: Katarina Roncevic (bezev – Behinderung und Entwicklungszusammenarbei e.V.)

Das Wort Inklusion ist in aller Munde. Doch was genau bedeutet dies für eine konkrete Bildungspraxis? Was unterscheidet Inklusion und Integration? Im Rahmen dieser Fortbildung wird das Konzept Inklusion und dessen Verortung sowohl in der Gesellschaft als auch in schulischen Strukturen vorgestellt. Der Gedanke der Inklusion beinhaltet viele Verknüpfungen zum Globalen Lernen, jedoch auch Spannungsbögen. Wie sehen zum Beispiel die Methoden und Rahmenbedingungen unserer Bildungsangebote aus? Es werden Beispielmaterialien vorgestellt, wie Globales Lernen inklusiv umgesetzt werden kann. Es ist Raum eingeplant, die eigenen Bildungsangebote unter die Lupe zu nehmen: Wo integriere ich? Wo schließe ich aus? Wo schaffe ich Beteiligungsmöglichkeiten?

12.-13.3.2016: We are here because you were there!
Globale Hintergründe und Aspekte diskriminierungssensibler Bildungsarbeit zum Thema Flucht und Asyl

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Referent: Pierre Vicky Sonkeng Tegouffo

Der Refugee Strike in Berlin hat eine wichtige politische Debatte von globaler Dimension entfacht. Vermehrt werden geflüchtete Kinder und Jugendliche in Schulen sichtbar und eine Auseinandersetzung über Migration, Fluchtursachen und Inklusion erscheint notwendig. Im Rahmen dieser Fortbildung werden Hintergründe und aktuelle Entwicklungen zum Themenkomplex Flucht und Asyl dargestellt. Wie der Seminartitel andeutet, wird die aktuelle Migrationssituation in Deutschland und weltweit in einen historischen Kontext und machtpolitischen Rahmen gestellt. Was sind Fluchtgründe und wie entstehen Situationen, die Menschen dazu bringen, ihre Lebensorte zu verlassen? Inwieweit sind die heutigen Migrationsbewegungen Normalfall oder Ausnahme? Der Fokus dieser Fortbildung liegt auf der Analyse und Reflexion der momentanen Situation (im Herbst 2016 wird eine weitere Fortbildung zu Didaktik und Methodik des Themas Flucht angeboten).

23.-24.04.2016: Wer fordert denn hier für wen die Rechte ein?
Globale Kinderrechte an Schulen adultismussensibel bearbeiten

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Referentinnen: Anne Sophie Winkelmann (Anti-Bias-Werkstatt) und Berit Wolter (Fachstelle Kinderwelten)

Schule ist ein zentraler Lern- und Lebensbereich von Kinder und Jugendlichen. Doch Partizipation in der Schule wird oftmals nur als Mittel zum symbolischen Erlernen von demokratischen Entscheidungsprozessen verstanden, statt diese als eigenständiges Menschenrecht zu sehen. Sollte Bildungsarbeit zu Menschenrechten an (Grund-) Schulen nicht diesen Fokus nutzen und einen Raum schaffen, in dem die jungen Menschen über ihre Erfahrungen, Erfolge und Niederlagen sprechen? Stattdessen spiegeln viele Veranstaltungen u.a. über globale Kinderrechte die diskriminierenden Machtverhältnisse zwischen Kindern und Erwachsenen wider. Eine Auswahl von Wissensaspekten, Interpretationen oder methodischen Abläufen wird meist von der Leitung gesetzt und nicht mit den Kindern und Jugendlichen grundsätzlich diskutiert. Besteht hierin nicht ein Dilemma – über das Kinderrecht der Beteiligung in einem von Erwachsenen vorstrukturierten Rahmen zu sprechen? Nach einer allgemeinen Einführung zu Adultismus will die Fortbildung den Blick schärfen, in welcher Form und mit welchen adultistischen Stolpersteinen Bildungsangebote verbunden sind. Am konkreten Beispiel von globalen Kinder- und Menschenrechten werden didaktische Herangehensweisen untersucht. Es ist Raum eingeplant, die eigenen Bildungsangebote unter die Lupe zu nehmen.

18.-19.6.2016: Globalisierung, Wirtschaft und Menschenrechte im Unterricht
Zielgruppengerecht komplexe Themen abwechslungsreich vermitteln

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Referent_innen: Julia Otten (Germanwatch) und Jens Mätschke (EPIZ Berlin)

Die öffentliche Debatte um ein nachhaltiges, soziales, die Menschenrechte achtendes Wirtschaften wird intensiver. Dies zeigen Diskussionen z.B. zu Arbeitsbedingungen in der Textilproduktion oder zum Freihandelsabkommen wie TTIP oder CETA. Anhand von Alltagsgegenständen wie Handys oder Computer lassen sich die Komplexität von Herstellungsketten und verschiedenen Akteure im Welthandel eindrücklich darstellen.

In der Fortbildung werden wirtschaftliche Hintergründe erläutert und globale Fragestellungen sowie Probleme diskutiert, viele Methoden (u.a. auch ein Wirtschaftsplanspiel) durchgeführt und didaktische Materialien ab Klasse 8 vorgestellt. Abgerundet wird die Veranstaltung durch eine Betrachtung von Stolpersteinen und generellen Achtungszeichen bei Bildungsveranstaltungen zu Globalisierung und Wirtschaft.

2.-3.7.2016: Der schmale Grat zwischen der Darstellung indigener Gruppen und stereotyper Folklore
Globales Lernen an (Grund-)Schulen rassismussensibel gestalten

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Referent_innen: Josephine Apraku (Institut für diskriminierungsfreie Bildung) und Jens Mätschke (EPIZ Berlin)

Eine Grundannahme des Globalen Lernens ist, dass die gesellschaftliche und wirtschaftliche Situation in Deutschland und anderen Ländern nur verstehbar ist, wenn globale Verknüpfungen aktuell und historisch aus unterschiedlichen (Macht-) Perspektiven heraus betrachtet werden. Leider lässt sich oft die Komplexität nicht in eine mehrstündige Bildungsveranstaltung packen und Referent_innen sind gezwungen, Teilaspekte eines Themas auszuwählen, didaktisch zu reduzieren und Bilder wie Sachverhalte zu benutzen, die Anknüpfungspunkte in der Vorstellungswelt der Zielgruppe bieten.

In dieser Fortbildung werden Stolpersteine des Globalen Lernens an konkreten Beispielen aus der Praxis untersucht. Wie kann eine Bildungsarbeit gestaltet werden, die möglichst viele Perspektiven beinhaltet und Rassismen vermeidet? Wie finde ich eine persönliche Haltung, um auch in unerwarteten Situationen an Schulen souverän aufzutreten?

Die Qualifizierungsangebote können als Flyer hier heruntergeladen werden.

Ansprechpersonen für Qualifizierungen sind Nina Herz und Jens Mätschke (maetschke@epiz-berlin.de).

Weitere Fortbildungsangebote:

Neben den modularen Fortbildungsangeboten bietet EPIZ in Kooperation mit Engagement Global /Bildung trifft Entwicklung jährlich drei bis vier Eintagesfortbildungen pro Jahr an. Insofern Sie Mitglied des Bildungsnetzwerks sind, bekommen sie die Informationen über die Fortbildungen per Mail zugeschickt. Sie finden Sie außerdem im Kalender.

Folgende Fortbildungstermine für 2016 stehen fest:

28.06.2016: WASSERBOMBEN – Theaterpädagogische Methoden zu Globaler Produktion und dem Menschenrecht auf Wasser

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Referierende: Andreas Joppich (selbständiger Pädagoge und Projektberater für verschiedene Jugend- und Bildungsprojekte), Susanne Lipp (freischaffende Theaterpädagogin und Autorin)

Datum: 28.06.2016 10 – 17.30 Uhr

Ort: EPIZ, Schillerstraße 59, 10627 Berlin

Anmeldung: bis zum 10.06.2015  bei Anne-Kathrin Bruch, bruch@epiz-berlin.de

Der Workshop greift die Erfahrungen der GRIPS-Werke e.V. mit der interaktiven Mitspielaktion WASSERBOMBEN auf.

Der erste Teil nutzt das Stück oder Hörspiel als Kern für Unterrichtseinheiten und Workshops mit Schüler_innen. Verschiedene Theater- und Spielpädagogische Methoden zur Vor- und Nachbereitung werden vorgestellt, die exemplarisch die Möglichkeiten theaterpädagogischen Arbeitens im Kontext Globalen Lernens verdeutlichen. Die einzelnen Methoden stehen zwar in engem Zusammenhang mit dem Stück, lassen sich aber auch für andere Kontexte modifizieren.

Interaktive Krimis können wie im bei WASSERBOMBEN mit professionellen Schauspieler_innen inzeniert werden. Es ist aber ebenso möglich, den Ansatz mit Theater-AGs, Laienschauspieler_innen oder in Projektwochen umzusetzen. Wir stellen Ihnen im zweiten Teil wichtige Arbeitsschritte zur Stückentwicklung vor, so dass Sie mit unterschiedlichen Gruppen Ihre eigenen Geschichten und Szenen erarbeiten können. Dabei vermitteln wir auch wichtige theoretische Aspekte zur Inszenierung von Mitspielaktionen im Kontext Globalen Lernens.

27.09.2016: Auseinandersetzung mit Rassismus- und Diskriminierungserfahrungen im Globalen Lernen

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Referierende: N.N., i-PÄD – Initiative Intersektionale Pädagogik

Datum: 27. September  2016, 10 – 17 Uhr

Ort: EPIZ, Schillerstraße 59, 10627 Berlin

Anmeldung: bis 06.09.2016 zum bei Anne-Kathrin Bruch, bruch@epiz-berlin.de

In der eigenen Bildungspraxis begegnen uns viele Formen von Diskriminierung und Exklusion. Die Fortbildung soll aktuelle Diskurse und Perspektiven auf das Thema Diskriminierung in der Bildungsarbeit vorstellen und einen Raum bieten mit anderen Multiplikator_innen in einen Austausch zu kommen. Wir möchten einen Raum eröffnen schwierige Situationen in der Arbeit zu diskutieren und gemeinsame Lösungen zu finden.

05.10.2016: Wie können wir die Sustainable Development Goals (SDGs) in unsere Veranstaltungen integrieren?

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Referierende: Katarina Roncevic , Referentin inklusives Globales Lernen, Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit e.V. (bezev)

Datum: 05. Oktober, 13 Uhr bis 18 Uhr

Ort: Engagement Global,  Schulprogramm Berlin/Bildung trifft Entwicklung, Trautenaustraße 5, 10717 Berlin

Anmeldung: bis zum 21.09.2016 bei Uta Kollin, uta.kollin@engagement-global.de

Der Workshop verschafft einen Überblick über Hintergründe und Ziele der SDG und beleuchtet dabei, was Deutschland auf nationaler Ebene zur Erreichung der Ziele plant. Dabei nimmt Bildung eine besondere Rolle ein und hebt mit Goal 4.7. Bildung für nachhaltige Entwicklung und Global Citizenship Education hervor. Welchen Bezug hat dabei unser altbekanntes Globales Lernen? Welche Rolle spielen dabei die 17 Ziele und wie greifen wir diese in unserer Arbeit auf? Die Fortbildung bietet neben einer kurzen theoretischen Einordnung konkrete Beispiele für Ihre praktische Arbeit als Referent_innen.

03.11.2016: Die neuen Rahmenlehrpläne treten in Kraft  – welche Anforderungen stellt Schule an unsere Angebote?

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Referierende: Regina Ultze, Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft

Datum: 3. November 2016 15 – 18 Uhr

Ort: Engagement Global,  Schulprogramm Berlin/Bildung trifft Entwicklung, Trautenaustraße 5, 10717 Berlin

Anmeldung: bei Uta Kollin, uta.kollin@engagement-global.de

Die Rahmenbedingungen für das Globale Lernen ändern sich: Im Dezember 2014 wurde der die  Erweiterung und Aktualisierung des Orientierungsrahmens für den Lernbereich Globale Entwicklung vom Schulausschuss der KMK beschlossen Die Erweiterung umfasst, neben einer Überarbeitung der allgemeinen Teile des Orientierungsrahmens, neue Fächer und Fachbereiche: Integrierte Naturwissenschaften, Mathematik, Deutsch, Fremdsprachen, Geschichte, Kunst, Musik, Sport. Was beutet das konkret für Berliner Schulen?

Die Bundesländer Berlin und Brandenburg werden ab dem Schuljahr 2016/2017 neue Rahmenlehrpläne für die Jahrgangsstufe 1-10 einführen.  „Nachhaltige Entwicklung/Lernen in globalen Zusammenhängen“ wird darin als fächerübergreifendes Thema definiert – dies ist eine Chance, globale Gerechtigkeit und die Vielfalt der Perspektiven und Akteure gesellschaftlicher Entwicklung weltweit im Berliner Schulunterricht zu verankern.

Wie können außerschulische Organisationen hier konkret anknüpfen?

„Das Gesamtkonzept ist prima. Die verwendete Methodenvielfalt war eine Inspiration für die eigene Bildungsarbeit. Es gab genügend Raum um sich auszuprobieren sowie eigene Erfahrungen und Wissen einzubringen. Die Dokumentation und das zur Verfügung gestellte Material waren sehr hilfreich für die Durchführung der Eigenveranstaltung zum Globalen Lernen.“

Teilnehmer_in Qualifizierungsreihe